Kirche
Baugeschichte, Inventar
Kath. Pfarrkirche Sankt Ottmar
Das Baudatum 1617 bedeutet wahrscheinlich einen völligen Neubau. Für höheres Alter der Turmuntergeschosse bestehen keine Anhaltspunkte. 1738 erhielt die Kirche eine stuckierte Decke durch Franz Horneis und Deckengemälde von Dietrich. 1875 wurde das Langhaus nach Westen verlängert.
Chor im Ostturm mit barockem Kreuzgewölbe. Die Türe zum Chor ist im Eselsrücken geschlossen.
Das Langhaus ist flachgedeckt.
Sakristei an der Nordseite des Chores.
Der Turm erhebt sich quadratisch und schließt mit Satteldach zwischen Treppengiebeln.
Die Schallöffnung von Rechteckblenden umschlossen, die mit einem Stichbogenfries schließen. Am Giebel Schmalblenden mit zweiteiligen Bogenschluß.
An der Westfassade der Kirche ist bei der Verlängerung das Steinwappen des Bischofs Christoph von Westerstetten wieder eingemauert worden, das sich an der älteren Westfront befunden hatte. Es ist mit der Jahreszahl 1617 bezeichnet.
Hochaltar
Barock, um 1700. Vier Säulen tragen den veränderten Aufzug. Zwischen den Säulen Muschelnischen mit neuen Figuren. Auch das Altarblatt ist neu.
Seitenaltäre
Gute Barockschöpfungen um 1700. Zweisäulige Anlage. Aufzug mit Oberbild in Akanthusschnitzwerk zwischen Giebelstücken. Statt Bilder wurden neue Figuren eingefügt; die geschnitzten Bilderrahmen sind erhalten.
Orgelgehäuse
Frührokokoschnitzwerk, um 1740.
Die Orgel wurde 1991 von der Münchener Firma W.R.K. neu gebaut
Kreuzweg
Mit geschnitzten Rahmen um 1790, in frühklassizistischen Formen
Holzfiguren
1. St. Maria mit dem Jesuskind, das die Rechte um den Hals der Mutter schlingt, um 1490 (Höhe 80 cm).
2. St. Augustin, zu Füßen das Knäblein mit Spruchband, um 1510-1520 (Höhe 90 cm).
1 und 2 im Pfarrhof aufbewahrt.
3. Büsten der Evangelisten. 1794 von Lorenz Raab in Berching geschnitzt, wie Sutors Pfarrbuch verzeichnet (Höhe 40 cm)
Sakritsteischrank
Von 1687 - Zweitürige Anlage mit ornamentierten Pilastern, die auf Sockeln mit Fruchtbündeln ruhen. Die Türen gliedern gebrochene Felder. Gesims mit Zahnschnitt.
Monstranzen
Vergoldetes Kupfer.
1. Barock, nach Mitte des 17. Jahrhunderts. Sechspaßfuß ohne Dekor. An der Sonne nur ein Laubstab um das Ostensorium, darunter Halbfigur St. Maria mit dem Jesuskind.
2. Klassizistisch, um 1820-1830. Am Fuß Medaillons mit getriebenen Evangelistenfiguren, umrahmt von Weinranken und Rosenstücken. An der Sonne ein Kranz von Rosen, Weintrauben und Ähren, außerdem die Figürchen Gottvaters und zweier Engel.
Kreuzpartikel
Vergoldetes Kupfer mit guten Rokokokartuschen in Silber. Laut Inschrift von 1768.
Kännchen und Teller
Klassizistische Arbeit mit Zierstäben. Beschauzeichen Eichstätt. Meistermarke des Xaver Wanker. Sutors Pfarrbuch zufolge 1797 bei Wanker gekauft, demnach beurkundet.
Hostienbüchse
Aus Zinn mit der Marke P.Z.I.H. Dieselbe gehört jedenfalls dem Eichstätter Zinngießer Johann Georg Huter an.
Lavabo (Waschen) in Zinn (Krug, Teller).
Auf dem Wassergefäß eine Sirene mit Fischschwänzen. Mit der gleichen Zinnmarke.
Klassischer Leuchter in Zinn.
Zinnteller mit der Marke Malluzi im Queroval (1794 kaufte Pfarrer Sutor einen Zinnbecher beim Zinngießer Joseph Lechel in Kipfenberg).
Glocken
1. Umschrift in gotischen Majuskeln zwischen zwei Reifen: MARCVS + MATHEVS + JOHANES + LVCAS. Worttrennung durch Kreuze und Glocken.
14. Jahrhundert - Durchmesser 0,50 m.
2. Von Matthias Perner in Eichstätt 1742 gegossen. Schöner Barockfries nach Modell um 1700, mit Putten (musizierenden Kindesengel). Am Mantel Kruzifix und Marienfigur in Mandorla ( Mandorla bezeichnet eine Gloriole oder Aura rund um eine ganze Figur) - Durchmesser 1,00 m.
3. Von Pascolini in Eichstätt, 1832. Klassizistischer Fries mit Festons (Verzierung, Ziergielande z. B. Lorbeeren oder Eichenlaub) und Engelsköpfen. Am Mantel Kruzifix und St. Antonius - Durchmesser 0,75 m.
4. Glöckchen mit Zinnenfries. 15.-16. Jahrhundert - Durchmesser 0,25 m. Stammt aus der Georgskapelle.
Friedhof (alt)
Die Ummauerung diente früher für Befestigungszwecke. Nicht in alter Höhe erhalten. Tor rundbogig, mit Kämpfer aus Platte und Schräge: 12. bis 13. Jahrhundert. Erhalten schmiedeeiserne Grabkreuze, außerdem ein schöner klassizistischer Grabstein mit formenreicher Ornamentierung.
Besinnung
Die Kirche dürfen wir nicht als Museum betrachten; sie soll ein Haus des Gebetes sein.
Wenn wir die Enkeringer Kirche betreten, fällt unser Blick sogleich auf die schönen Altäre; sie wirken besonders vornehm durch die Farben schwarz und gold. Sehr beeindruckend ist auch die wuchtige Kanzel. Hier wird bzw. wurde das Wort Gottes verkündet, das uns die Evangelisten aufgeschrieben haben. Nach dem Apostelwort soll Christus, der Gekreuzigte, verkündet werden. Darum ist gegenüber der Kanzel meist der Kruzifixus zu sehen.
Das Gotteshaus ist Stätte der Gnade. Das Weihwasser am Eingang erinnert an den Empfang der Taufe. Ein schöner Taufstein ist auf der rechten Seite im Altarraum zu finden. Immer wieder können wir im Bußsakrament die Vergebung der Sündenschuld von Gott erlangen. Der Beichtstuhl rechts (aus dem Jahre 1702) und der hl. Nepomuk weisen uns hin auf den verzeihenden Vatergott. Ein drittes Sakrament wird angezeigt durch den Tabernakel auf dem Hochaltar bzw. durch den Volksaltar in der Mitte. Die Feier des hl. Meßopfers ist ja der Höhepunkt allen liturgischen Tuns der Kirche.
Pfarrer und Pfarrgemeinde sind nicht allein bei dieser Feier, sie stehen inmitten einer Schar von Heiligen: Josef und Maria, die vier Evangelisten
Matthäus --> Symboldarstellung --> Engel
Markus --> Symboldarstellung --> Löwe
Lukas --> Symboldarstellung --> Stier
Johannes --> Symboldarstellung --> Adler
Wolfgang und Nikolaus und nicht zuletzt der hl. Ottmar. Sie alle sind bereits bei Gott angekommen. Ziel auch unseres Lebens ist der große Gott, der Herr der ganzen Welt (vgl. Hochaltaraufsatz!). Die Engel werden die Menschen von den Enden der Welt zusammenrufen, damit sie aus der Hand Christi wie Maria (vgl. Fresko über dem Hochaltar) und Ottmar die Krone des Lebens empfangen.
Lassen Sie das schöne Kreuz an der rechten Seitenwand mit dem lebensgroßen Heiland und der Schmerzensmutter auf sich wirken, betrachten Sie die schönen Kreuzwegbilder unter der Empore und die Apostelportraits auf der Empore. Danken Sie dem Herrgott für die Tage des Urlaubs und der Erholung im schönen Anlautertal und im Naturpark Altmühltal.
